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Wer wir sind und was wir vorhaben ...

Wir sind ein interdisziplinäres Team um Kerstin Mayrberger, Professorin für Lehren und Lernen an der Hochschule mit dem Schwerpunkt Mediendidaktik an der Universität Hamburg und Forschungsfokus auf digitaler Transformation und Higher Education.

Mit dem DUA-Projekt – Digitalität Und Ambidextrie – wollen wir uns dem Themenfeld der Digitalisierung und damit verbunden einem professionellen Umgang mit digitalen Transformationsprozessen im Kontext der Hochschulbildung unter den Bedingungen der Digitalität mithilfe des ursprünglich aus der Unternehmensführung stammenden Konzepts der Ambidextrie nähern. 

Worum es geht ...

Die digitale Transformation ist so aktuell wie nie zuvor, das gilt gesamtgesellschaftlich und speziell für den Bereich der Hochschulbildung.  Dabei sind von der Lehre und Forschung über die Verwaltung und Supportstrukturen bis hin zur Wissenschaftskommunikation gleichermaßen alle Bereiche einer Hochschule vom stetigen wie dynamischen Wandel betroffen Sie alle sind zunehmend gefordert, analoge Erfahrungen mit digitalen Entwicklungen zu einer zeitgemäßen Praxis zusammenzuführen. 

Die Idee hinter DUA ist es, inmitten der digitalen Transformation, neue Perspektiven für den Bildungsbereich zu schaffen, die nicht ausschließlich die Digitalisierung, im Sinne einer Mediatisierung und Technisierung, sondern im Sinne einer hochschulbezogenen Digitalität auch die kulturelle Sicht und das Zusammenspiel von analogen und digitalen Realitäten auf Mikro-, Meso- und Makroebene fokussieren.  

Es wird derzeit auf theoretischer, konzeptioneller und praxisbezogener Ebene daran gearbeitet, eine mögliche Antwort darauf zu geben, wie sich der Bildungsbereich unter den Bedingungen einer Kultur der Digitalität im Zuge der digitalen Transformation agil entwickeln und zukunftsfähiger handeln kann.  

Die Akteurinnen und Akteure in den Bildungsinstitutionen, die innerhalb dieser veränderten Bedingungen agieren sollen und müssen, stehen vor der Herausforderung, gleichzeitig innovatives und fortschrittliches Neuland zu erschließen und auf der anderen Seite bestehende Strukturen weiter auszubauen und zu stärken. In diesem Kontext eröffnet das Konzept der Ambidextrie (=Beidhändigkeit) die Möglichkeit, eine neue veränderte Praxis entstehen zu lassen, die bisherige, alte und notwendige neue Praktiken zusammenführt. Hierbei wird das Ambidextrie-Prinzip um eine subjektbezogene Perspektive erweitert und dahingehend das Konzept einer persönlichen Ambidextrie” (#Ambidextrie4me) eingeführt.  

Innerhalb des DUA-Projekts soll das Konzept der ambidextren, sprich beidhändigen, Führung aus dem etablierten unternehmerischen Kontext auch auf den (Hochschul-)Bildungsbereich adaptiert und angewandt werden. Ambidextrie meint knapp gesagt die Fähigkeit, gleichzeitig flexibel Neues zu erforschen (Exploration) und effizient zu optimieren (Exploitation), um so langfristig an die sich verändernden Rahmenbedingungen souverän und selbstverständlich anpassungsfähig wie auch im Kern stabil zu bleiben. 

Hierbei stellt das DUA-Projekt eine Art Dach dar, unter dem die wissenschaftlich fundierte Entwicklung von theoretischen Ansätzen und praxisbezogenen Handlungskonzepten aus dem Kontext von Leadership auf den Bereich der Bildung im Sinne eines „Agile Educational Leaderships” (AEL) adaptiert werden. Zu diesem Ansatz entsteht seit Anfang 2021 auf der Webseite agile-educational-leadership.de eine offene und freizugängliche Online-Publikation in Form des AEL-Buchs. 

Mehr als ein Hype ...

Gerade in der Diskussion um Digitalisierung schwingt an vielen Stellen der Vorwurf des inhaltsleeren Buzzwordings, zu vieler Anglizismen oder von Pragmatismus mit, dies gilt speziell auch im (Hochschul-)Bildungskontext. Ähnliches gilt auch für die Anwendung von Strategien der Unternehmens- und Managementführung im Kontext der Hochschule und die häufig geäußerte Kritik an der zugrundeliegenden Auffassung von Hochschulen als Wirtschaftsunternehmen. 

Wir sind der Ansicht, dass digitale Transformation mehr ist als ein kurzer Hype: es beschreibt tiefgreifende und langfristige Veränderungen unserer Arbeits- und Lebensrealität auch (und gerade) im Bereich der Hochschulbildung. Akademische Lehre und Forschung findet unter neuen und veränderten Bedingungen statt, was auch die beteiligten Akteurinnen und Akteure vor neue Herausforderungen stellt, um zukünftig agil und handlungsfähig zu bleiben. Was sich bislang nur andeutete, wird derzeit im Zuge des Arbeitens, Lehrens, Lernens, Forschens, Unterstützens und Administrierens auch im Hochschulbereich wie unter einem Vergrößerungsglas klarer und sichtbarer. Um für eine passende und souveräne Handlungsfähigkeit neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen zu können, lohnt sich ein Blick über den eigenen disziplinären Tellerrand hinaus.

Das Team ...

  • Prof. Dr. Kerstin Mayrberger – Professorin für Lehre und Lernen mit dem Schwerpunkt Mediendidaktik an der Universität Hamburg und Forschungsfokus auf digitaler Transformation und Higher Education
    Ihr Anspruch als Ideen-Geberin des DUA-Projekts ist es, einen Beitrag zu einem veränderten Lehren und Lernen unter den Bedingungen von Digitalität und Digitalisierung im Bildungsbereich zu leisten, neue und innovative Konzepte zu entwickeln und zu einem Neu- und Umdenken anzuregen. Mit dem DUA-Projekt möchte sie das Fachpublikum sowie die Öffentlichkeit auf den Zusammenhang von Digitalität und Ambidextrie sowie dessen Adaption auf den Bildungskontext aufmerksam machen und über das Konzept der Ambidextrie forschend informieren und zugleich praxisrelevante Impulse geben.
  • Nina Rüttgens (M.A.) – wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin für Digitalisierung von Lehre und Lernen in der Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg
    Mit ihrem Abschluss der Medienpädagogik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und Erfahrungen im Universitätkolleg Digital im Kontext der HOOU behält sie die agile Rahmengebung und Organisation des Projekts im Blick sowie den Praxistransfer.
  • Amelie Nickel (M.A) – Soziologin und akademische Tutorin an der Universität Hamburg
    Als Soziologin mit herausragendem Abschluss an der Universität Hamburg und ihrer Erfahrung an der Professur Mayrberger bringt sie die besten Voraussetzungen u.a. für die wissenschaftliche Recherche rund um Digitalität und Ambidextrie im Bildungsbereich mit.
  • Nadine Oldenburg – Studentin der Allgemeinen Sprachwissenschaft (B.A.) und Studentische Mitarbeiterin an der Universität Hamburg
    Mit ihrer Erfahrung im redaktionellen Tätigkeitsfels an der Universität Hamburg unterstützt sie das Team in der Gestaltung des Blogs und der Wissenschaftskommunikation via Social Media im DUA-Projekt.